Hitze, Wissenschaft & Würde: LieLa e.V. entwickelt gemeinsam mit dem BIPS einen Hitzeschutz-Leitfaden für wohnungslose Frauen

als Streetworkerinnen“Die Sommer werden heißer – das spüren wir alle. Doch während viele von uns sich in die kühle Wohnung zurückziehen oder den Ventilator einschalten, stehen Menschen ohne festen Wohnsitz vor einer lebensbedrohlichen Herausforderung. Besonders schwer trifft es Frauen auf der Straße. Sie sind in der Hitze oft schutzlos ausgeliefert und fallen durch das Raster klassischer Hilfsangebote.
Das wollen und werden wir jetzt ändern!

Ab Juni 2026 starten wir vom LieLa e.V. gemeinsam mit dem renommierten Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) ein echtes Herzensprojekt mit wissenschaftlicher Power: „HiWo – Gendersensibler Hitzeschutz: Gesundheitliche Chancengleichheit für wohnungslose Frauen“. Unser Ziel ist es, ein richtungsweisendes Konzept zu entwickeln, das endlich Licht in ein bisher unsichtbares Problem bringt.

 

Warum dieser Ansatz alles verändert

In unserer täglichen Arbeit sehen wir, dass bisherige Hitzeschutzkonzepte die spezifischen Bedürfnisse von Frauen auf der Straße oft schlicht übersehen. Es fehlt an sicheren Rückzugsorten, Hygienemöglichkeiten und direktem Zugang zu Wasser. Mit „HiWo“ schlagen wir nun eine Brücke, die es in dieser Form selten gibt: Direkt von unserer Arbeit auf der Straße mitten in die Wissenschaft – strategisch gesteuert durch die Koordination von uns, dem LieLa e.V.

„Gesundheitliche Chancengerechtigkeit im urbanen Raum muss gerade dort greifen, wo es keine schützende Haustür gibt. Besonders Frauen auf der Straße sind von Hitze sowie fehlendem Zugang zu Wasser und Schutzräumen betroffen. In bisherigen Hitzeschutzkonzepten sind sie jedoch schlicht unsichtbar.“
— Charlotte Schmitz, unsere 1. Vorsitzende

 

LieLa e.V. etabliert sich als Träger in Bremen

Verstärkung für unser Team: Dank der Förderung durch die InnovationsCommunity Urban Health (ICUH) und datipilot BMFTR konnten wir zwei Streetworkerinnen einstellen. Sie arbeiten mit einer Projektassistenz  in unseren neuen Büroräumen. Ein riesiger Meilenstein für uns als Verein. Hier sei auch die Zuwendung der Frauenorte Edith-Lücke-Stiftung genannt,  die wir für die technische Ausstattung und Möblierung nutzen konnten. Das ermöglicht uns nun die strategische Projektkoordination für HiWo in Bremen und dem Ruhrgebiet in einem professionellen Rahmen umzusetzen.

Lydia Schröder (links) und Sarah Schomaker verstärken unser Team als Streetworkerinnen und übernehmen die Projektkoordination. Wir freuen uns sehr, dass wir die beiden für „HiWo“ gewinnen konnten.

 

 

Innovation auf Augenhöhe: LieLa Streetwork trifft App-Daten

Das Projekt „HiWo“ ist für uns kein theoretisches Konstrukt vom grünen Tisch aus. Es lebt vom Mitmachen und unserer direkten Arbeit vor Ort sowie :
• Smarte Datenerfassung: Unsere Streetworkerinnen suchen wohnungs- und obdachlose Frauen direkt in ihrer Lebensrealität auf. Sie bauen Vertrauen auf und erfassen über eine eigens entwickelte App wichtige quantitative Daten. Zudem führen sie individuelle Beratungsgespräche und können vertieft auf die individuellen Problemlagen der wohnungslosen Frauen eingehen.
• Wissenschaftliche Exzellenz: Das Team um Dr. Tilman Brand vom BIPS gießt diese Erfahrungen in ein fundiertes Studiendesign und führt leitfadengestützte Interviews mit der Dialoggruppe, um konkrete Bedarfe und Versorgungslücken zu ermitteln.

 

Von Bremen bis ins Ruhrgebiet: Ein starkes Netzwerk

Das Projekt ist Teil des Verbundprojekts InnovationsCommunity Urban Health (ICUH), gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).
Das Spannende daran: Wir blicken weit über den Bremer Tellerrand hinaus! ICUH verbindet Akteure und Kooperationspartner aus zwei Regionen, die vor ganz ähnlichen städtischen Herausforderungen stehen: Bremen/Bremerhaven und das Ruhrgebiet. Gemeinsam wird in diesem transregionalen Netzwerk untersucht, wie wir unsere Städte hitzeangepasster, sozial gerechter und gesünder gestalten können. Wir in Bremen liefern mit unserem Fokus auf wohnungslose Frauen einen ganz wesentlichen, bisher  übersehenen Baustein für dieses Verbundprojekt.

 

Lokale Forschung für einen bundesweiten Impact

Wir belassen es nicht bei grauer Theorie: Die Ergebnisse unserer Arbeit in Bremen werden auf Basis der wissenschaftlichen Auswertung durch das BIPS  in einem konkreten Leitfaden für Kommunen münden.
Dieser gendersensible Interventions- und Versorgungsplan wird so aufbereitet, dass er bundesweit einsetzbar ist. Damit schaffen wir eine universelle Blaupause, die Städte und Gemeinden in ganz Deutschland nutzen können, wohnungslosen  Frauen auf der Straße effektiv und zielgerichtet zu helfen.
Wir gehen dieses Projekt mit Begeisterung und Empathie, aber auch mit dem nötigen Respekt und wissenschaftlichen Rückhalt an. Wir freuen uns unglaublich auf die kommenden Monate und auf die Zusammenarbeit mit unserem wissenschaftlichen Partner BIPS, im Netzwerk mit ICUH wichtige, lebensrettende Veränderungen anzustoßen.

Gemeinsam gegen die Hitzegefahren, gemeinsam für mehr Würde auf der Straße – von Bremen bis ins Ruhrgebiet!

In Kooperation mit:

Das Projekt „HiWo – Gendersensibler Hitzeschutz: Gesundheitliche Chancengleichheit für wohnungslose Frauen“ wird von 06/2026- 11/2027 gefördert durch:

LieLa e.V. Bremen

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